Aktuelles aus der Imkerei April 2022

In dieser Kategorie unseres Blogs möchten wir euch monatlich über unsere Arbeiten an den Bienen informieren. Im April konnten wir bei unseren Völkern den Honigraum aufsetzen. Weiter haben wir eine Methode zur Bildung eines Brutablegers getestet. Doch mehr dazu weiter unten….

Honigraum aufsetzen

Dieses Jahr haben wir viel bessere und konstantere Temperaturen als letztes Jahr, weswegen der Honigraum letzte Woche mit gutem Gewissen aufgesetzt werden konnte. Unsere Völker haben sich schon stark entwickelt und haben den Honigraum sehr schnell angenommen. Die Tracht und das warme Wetter spielen jetzt natürlich sehr gut zusammen und sorgen hoffentlich für eine gute Entwicklung der Völker und einen guten Honigertrag.

Brutableger mit nur einer Wabe

Letztes Jahr haben wir am Imkergrundkurs von der Variante erfahren, einen Brutableger mit nur einer Brutwabe zu bilden. Einige Recherchen haben gezeigt, dass diese Methode von Dr. Pia Aumeier, einer erfahrenen Imkerin und Bienenwissenschaftlerin stammt. Bei diesem Verfahren, welches bereits in vielen Vorträgen und Fachbeiträgen als erfolgsversprechend bezeichnet wird, geht man folgendermassen vor:

  1. Bienenkönigin finden und im Stammvolk belassen
    Hier seht ihr eine Wabe mit der Bienenkönigin (rot umrandet), welche wir im Muttervolk belassen.

  2. Geeignete Brutwabe mit Bienen auswählen
    Dabei muss die Wabe zu einem grossen Teil verdeckelte Brut enthalten und mit vielen Bienen besetzt sein. Es ist wichtig, dass die Brutwabe auch Eier oder zumindest sehr kleine Rundmaden enthält. Diese Wabe haben wir für den Brutableger verwendet. Die Rückseite war voller Bienen und Brut in allen Stadien. Auf der Vorderseite sind die frischen Eier zwischen der verdeckelten Brut gut zu sehen.

  3. Wabenanordnung in der neuen Beute
    Die ausgewählte Brutwabe kommt mit einer Mittelwand und einer vollen Futterwabe in eine andere Bienenbeute. Das Flugloch verkleinert man so stark, dass nur noch eine Biene hindurch passt. Sollte keine Futterwabe vorhanden sein, kann alternativ ein Liter Flüssigfutter zugefüttert werden.

  4. Standort Ableger
    Den Ableger platziert man mindestens zwei Kilometer vom Muttervolk entfernt.

Wie geht es weiter?       
Die Bienen ziehen nun selbst eine neue Königin nach. Diese fliegt dann für den Hochzeitsflug aus und befindet sich nach erfolgreicher Begattung innerhalb von vier Wochen nach Ablegerbildung in Eiablage.

Merkpunkte:

Diese Methode kann man bis ca. Mitte Mai anwenden. Mehrfach wiederholt, verhindert sie die Schwarmstimmung bei geringem Eingriff in das Bienenvolk und liefert viele Jungvölker. Bildet man einen Brutableger früh im Jahr, so reicht eine Brutwabe aus. Je später im Jahr man Ableger bildet, umso mehr Brutwaben benötigt ein Bienenvolk, um sich bis im Herbst zu einem überwinterungsfähigen Volk zu entwickeln.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit einem Brutablegen mit nur einer Wabe gemacht?    
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Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!

Aktuelles aus der Presse

In der Tagesschauausgabe vom 17.04.2022 wurde ein Beitrag veröffentlicht, der zum Nachdenken anregt: «Imkerboom hilft den Honigbienen – gefährdet aber die Wildbienen». In diesem Beitrag wird gezeigt, dass sich die Schweizer Honigbienen erholt haben, gleichzeitig gehen allerdings die Wildbienen-Bestände zurück. Die Insekten tun sich zwar gegenseitig nichts an, aber sie stehen in Konkurrenz.
Link zum Beitrag

Frühlingserwachen

Die Apfelbäume vor unserem Haus blühen bereits und werden fleissig von Hummeln, Wildbienen und Honigbienen bestäubt. Es brummt wunderbar, wenn man unter den Bäumen steht. Probiert es mal aus und setzt euch unter einen Baum und lauscht dem Summen der Bienen. Es ist einfach himmlisch!

Zum Abschluss des heutigen Beitrags zeigen wir euch gerne einige frühlingshafte Impressionen.

Veröffentlicht von Claudia Kleinholz

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