Claudia Kleinholz

Ein milder Herbst…


Der Herbst war bisher wunderbar, die Temperaturen waren so mild, dass unsere Damen wieder voll am Brüten waren, weshalb wir letzte Woche allen Völkern nochmal 2 Liter eingefüttert haben. Es ist herausfordernd, so spät im Jahr noch so fleissige Damen zu haben, da diese erhöhte Aktivität auch die Vermehrung der Varroamilbe begünstigt. Eine aktuelle Messung zeigte in unseren Völkern allerdings keine erhöhte Belastung durch die Varroamilbe.

Aktuelles aus der Imkerei: Letzte Vorbereitungen für den Winter


Aufgrund der frühlingshaften Temperaturen konnten wir Ende Oktober nochmal einen Blick in gewisse Völker werfen. Wir konnten bei allen Völkern feststellen, dass noch Brut vorhanden war. Der Oktober war einfach viel zu warm und die Königinnen stifteten fleissig weiter.  Der Futterverbrauch steigt dadurch, denn die Brut will gefüttert und gewärmt werden. In der Natur gibt es derzeit nicht mehr viel Nahrung für unsere Bienen.


Da jetzt die letzten Aufgaben vor dem Winter anstehen, gilt es nichts zu vergessen. Wir haben uns eine kleine Checkliste erstellt, die wir nun abgearbeitet haben.

Checkliste „Gut eingewintert bedeutet“

Nur starke vitale Völker mit entsprechender Populationsgrösse wurden eingewintert.
Nur überwinterunsfähige Völker befinden sich am Stand.
Es wurde genügend Winterfutter eingelagert.
Kein übermässiger Varroabefall – falls doch: Massnahmen einleiten.
Königinnen wurden bei Bedarf gewechselt.
Mäusegitter wurde montiert.
Falls erforderlich: Spechtschutz angebracht.
Rund um den Bienenstand herrscht Ordnung.
Mögliche störende Pflanzenteile wurden entfernt.
Checkliste «gut eingewintert bedeutet»

Königinnenvermehrung durch Bogenschnitt

Am Luzerner Imkertag im September hat Günter Friedmann in seinem Vortrag zur bienengemässen Imkerei die Königinnenvermehrung durch Bogenschnitt vorgestellt.

Der BGD hat zu diesem Thema nun ein neues Handyvideo veröffentlicht. Diese traditionelle Methode, die während der Blüte von Löwenzahn, Apfel und Raps gemacht werden kann, nutzt den natürlichen Nachschaffungstrieb der Bienenvölker.

Link zum Video über Königinnenvermehrung durch Bogenschnitt:

Neue Merkblätter

Auf der Website von Bienen Schweiz sind zwei neue Merkblätter veröffentlicht worden. Ein Merkblatt beschäftigt sich, wie schon im August-Newsletter angekündigt, mit den Ameisensäure-Streifen Formicpro und das andere Merkblatt thematisiert die Wabenlagerung.

Link zu den Merkblättern:

4.4.2. Wabenlagerung 

1.2.5 imprägnierte Ameisensäure-Streifen (Formicpro)

Heimische Wildsträucher für den Garten

Wer denkt, dass man neue Pflanzen nur im Frühling setzen kann, liegt falsch. Wenn die Temperaturen im Herbst milder werden, so ist der Zeitpunkt optimal, um winterharte Pflanzen wie Sträucher, Stauden, Obstpflanzen oder gewisse Blumenzwiebelsorten zu pflanzen. Der beste Zeitpunkt ist zwischen September und Mitte November, bis zum ersten Frost.

Letztes Jahr haben wir im November (vor dem ersten Frost) 200 Krokuszwiebeln und 50 Wildstauden gesetzt, welche im Frühling wunderbar blühten. Tim hat schon befürchtet, dass dieses Jahr wieder eine solche Aktion ansteht… Doch diesen Herbst ist es bei uns ruhig. Ausser einem Faulbaum, einer Hundsrose und einer Kornelkirsche, welche Claudia ergattert hat und etwa 30 Krokuszwiebeln, pflanzen wir dieses Jahr nichts mehr an. Genug ist auch mal genug!

Da man sich in Gärtnereien und Baumschulen aufgrund des grossen Angebots schnell überfordert fühlt, haben wir nachfolgend eine Liste mit geeigneten heimischen Wildsträuchern zusammengestellt, welche man auch jetzt noch pflanzen kann.

Heimische Wildsträucher für den Garten

  • Besenginster
  • Faulbaum
  • Feldahorn
  • Gemeinde Berbitze
  • Gemeiner Liguster
  • Gewöhnlicher Schneeball
  • Hasel
  • Hundsrose
  • Korbweide
  • Kornelkirsche
  • Kreuzdorn
  • Pfaffenhütchen
  • Purpurweide
  • Rote Heckenkirsche
  • Roter Hartriegel
  • Salweide
  • Schwarzdorn
  • Schwarzer Holunder
  • Strauchwicke
  • Traubenkirsche
  • Vogelbeere
  • Weinrose
  • Wolliger Schneeball

Ausstellung Stadthalle Sursee

Vom 7. – 9. Oktober war der Imkerverein Sursee als Zusatzaussteller an der Ziervogel Ausstellung in der Stadthalle in Sursee. Wir waren am Samstag am Stand des Vereins und haben die Besucherinnen und Besucher über Bienen, Bienenprodukte sowie die Imkerei aufgeklärt. Es sind viele spannende Begegnungen und Gespräche entstanden. Das Highlight vieler kleinen und erwachsenen Besucherinnen und Besucher war ein echtes Bienenhaus sowie das Bienenvolk, welches beobachtet werden konnte.

Nachfolgend einige Impressionen vom Samstag, 8. Oktober 2022.

Rezept Apfel-Honig-Pie

Beim Kochen oder Backen sind wir stets auf der Suche nach Rezepten, in welchen wir möglichst viele Zutaten aus unserem Garten verwerten können. Natürlich experimentieren wir auch gerne mit Honig. Als wir auf der Suche nach saisonalen Rezepten waren, sind wir bei Betty Bossi auf einen Apfel-Honig-Kuchen gestossen, welches wir sogleich ausprobiert haben. Der Kuchen kam bei der ganzen Familie gut an und dass wir gleich den eigenen Honig und die eigenen Topaz-Äpfel verarbeiten konnten, war umso schöner.

Link zum Rezept:
Apfel-Honig-Pie | Rezept | Betty Bossi
 

Apfel-Honig-Pie

Aktuelles aus der Presse

Impfstoff gegen die Amerikanische Faulbrut

Das Amerikanische Start-up «Dalan Animal Health» hat einen Impfstoff gegen die Amerikanische Faulbrut entwickelt. Die Zulassung steht noch aus. Das Mittel wird der Königin oral verabreicht. Auch weitere Impfstoffe gegen die Europäische Faulbrut oder Kalkbrut möchte das Unternehmen bald entwickeln.

Quelle: Bienen: Start-up entwickelt Impfstoff gegen Amerikanische Faulbrut – Wirtschaft – SZ.de (sueddeutsche.de)

Veränderter Körperbau bei Insekten aufgrund der Erderwärmung

Eine Studie in Grossbritannien hat nachgewiesen, dass die Erderwärmung sich auf den Körperbau von Insekten auswirkt. Durch den Klimastress kommt es zu asymmetrisch verformten Flügeln bei den Tieren.

Quelle: Erderwärmung wirkt auf Insekten: Klimastress verändert Körperbau von Bienen | RTL News

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Arbeiten im Herbst, kantonaler Imkertag

Der Herbst ist da und nach der zweiten Sommerbehandlung ist es spätestens jetzt Zeit, die letzten Wintervorbereitungen zu treffen. Nun gilt es, die Völker bestmöglich zu unterstützen, damit sie den Winter gut meistern können. Heute beschäftigen wir uns mit Arbeiten im Herbst, Erkenntnissen aus dem kantonalen Imkertag sowie den königlichen Bienen in Grossbritannien, welche den Verlust der Queen zu beklagen haben.

Der Imker/innen-Herbst

Was also steht für uns Imkerinnen und Imker nach der hoffentlich erfolgreichen 2. Sommerbehandlung noch an? Zwei Wochen nach der 2. Sommerbehandlung haben wir unsere Völker auf Weiselrichtigkeit geprüft, die Futtervorräte und die Volksstärke kontrolliert und die nächsten Arbeitsschritte geplant.


Sinnvollerweise prüft man zunächst den Erfolg der Behandlung durch Messen des Varroa-Totenfalls und kontrolliert das Volk auf Weiselrichtigkeit. Hier haben wir auch die letzte Chance, alte Königinnen zu ersetzen. Hat das Volk weniger als fünf Waben voll Bienen, (ca. 5000 Bienen) so ist es mit anderen Völkern zu vereinen, sonst stehen die Chancen schlecht, dass das Volk den Winter übersteht. Wichtig: Zwei schwache Völker zu vereinen ist meist nicht zielführend und das Volk bleibt schwach oder bestenfalls mittel. Es bietet sich daher an, ein kleines und vitales Volk mit einem stärkeren Volk zu vereinen. Bienenvölker können noch bis Ende Oktober vereinigt werden. Ein eher spätes Vereinen im Herbst hat den Vorteil, dass sich die Bienen ohne spezielle Massnahmen seitens Imkerin oder Imker gegenseitig akzeptieren. Detailliertere Informationen befinden sich auf dem Merkblatt 4.7.1 Völker vereinen.

Das entnommene Wabenmaterial kann nun sehr gut eingeschmolzen werden, da bei den aktuellen Temperaturen die Bienen kaum noch fliegen und die Gefahr von Raub vermindert ist. Wir schmelzen unsere alten Waben mit einem Dampfwachsschmelzer ein. Ins Schmelzgefäss legen wir jeweils ein Gartenvlies aus der Landi, sodass das Wachs gleich geklärt wird. Das Wachs fliesst in ein Schmelzgefäss, welches mit wenig Wasser gefüllt ist, sodass nichts am Gefäss klebt. Wir verwenden dazu grosse Plastikkessel und kleinere Stahlgefässe. Beides kriegt man mit dem Hochdruckreiniger wieder gut sauber.


Wachs mit dem Dampfwachsschmelzer einschmelzen

Falls in den Völkern noch nicht ausreichend Futter vorhanden ist, sollte nochmals eine Schlussfütterung gemacht werden, um die Völker erfolgreich einzuwintern. Hat das Volk jetzt schon nicht besetzte und leere Waben, so kann man diese entfernen, um den Bienen den Wärmehaushalt im Winter zu erleichtern.

Zum Schluss kann man noch beginnen, die Beuten winterfertig zu machen. Man sollte auf genug Luftzirkulation achten, damit keine Staunässe in den Beuten entsteht. Die Fluglöcher kann man nun erweitern, da die Gefahr von Raub nicht mehr akut ist. Bei Magazinen sollte der Boden geöffnet sein, im Schweizerkasten kann der Keil hinten entfernt werden. Damit andere Räuber wie Mäuse es schwerer haben, bietet es sich an, Gitter vor dem Flugloch zu installieren.

Kantonaler Imkertag Luzern

Der Besuch des kantonalen Imkertags am 1. Oktober 2022 in Sempach hat sich für uns auch dieses Jahr sehr gelohnt. Neben dem direkten Austausch mit anderen Imkerinnen und Imkern waren wieder sehr spannende Fachreferate zu hören. Wir möchten hier auf zwei Referate näher eingehen.

Dr. Paul Siefert – Neonikotinoiden

Dr. Paul Siefert arbeitet am Institut für Bienenkunde an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er gab einen spannenden Einblick in seine Forschung bezüglich der Brutpflege der Bienen. Die Verwendung von Neonikotinoiden (Insektiziden) hat einen negativen Einfluss auf die Brutdauer, so Siefert. Die Entwicklungszeit erhöht sich, was dementsprechend dazu führt, dass sich die Varroa länger in den verdeckelten Brutzellen befindet und sich die Individuenzahl im Volk mit der Zeit verringert. Dr. Siefert spricht hier von sogenannten synergetischen Effekten, wobei die Wechselwirkung verschiedener Ereignisse zusammenhängend gewisse Folgen (positiv oder negativ) haben können.

All diese Beobachtungen konnte Dr. Siefert bildlich festhalten, indem er eine eigene Beobachtungsmethode der Brut entwickelt hat. Während die Beobachtung des Verhaltens von Honigbienen Jahrhunderte zurückreicht, existieren Visualisierungen vieler Verhaltensweisen innerhalb des Bienenstocks nur in Form von Strichzeichnungen, die auf die Darstellung bestimmter Schlüsselmomente beschränkt sind. Diese Videos und Bilder von Dr. Paul Siefert sind sehr beeindruckend und wir haben wohl noch nie solche Aufnahmen gesehen. Die gesamte Studie sowie alle hochauflösenden Videos sind hier zu finden: Link zur Studie und den 18 Videos

Weitere Beobachtungen von Paul Siefert:

  • Beim Pflegen der Zellen durch die Bienen werden den Varroamilben nicht nur Beine abgeknabbert, sondern Milben sogar komplett verzehrt.
  • Ebenso konnte die Wachsmotte gut beobachtet werden, wie sie mit ihren von aussen verborgenen Gängen in den Waben leben und sich von wehrlosen Bienenlarven oder Puppen ernähren.

Günter Friedmann – Vitalität der Honigbienen

Der zweite Referent, Günter Friedmann aus Süddeutschland, hat später einen wissenswerten Beitrag zur «Vitalität der Biene», der die Anpassungsfähigkeit unserer fleissigen Bienen im Vordergrund hatte, präsentiert. Friedmann ist Demeter Imker, er arbeitet seit über dreissig Jahren leidenschaftlich gerne mit und an Bienen.

Im Wesentlichen ging es in seinem Referat darum, was Vitalität bedeutet und wie der Imker oder die Imkerin Vitalität im Bienenvolk erkennen und nutzen kann. Unter Vitalität verstehen wir, dass ein Lebewesen, in diesem Fall natürlich unsere Honigbienen unter aktuell herrschenden Umweltbedingungen gedeihen und überleben.

Die Vitalität ist ein hochkomplexes Thema und beschäftigt sich hauptsächlich damit, dass etwas über einen längeren Zeitraum und aus eigener Kraft gedeihen kann. Vitalität entsteht nicht aus dem Nichts heraus. Sie braucht Quellen, aus der sie sich speist. Diese sind im Wesentlichen die Bienen, die Umgebung und die Nahrung, so Friedmann.

Zunächst hat Günter Friedmann die Frage beantwortet, ob die Vitalität der Bienenvölker abgenommen oder hat, ob sich die Umwelteinflüsse verändert haben. Friedmann erläutert klar, dass sich die Umweltbedingungen massiv verändert haben und die Imkerei heute viel schwieriger als vor einigen Jahren ist. Themen wie Drohnenschnitt, Behandlung mit Ameisensäure oder die Anwendung von Oxalsäure gelten heute als normal und eine totale Brutentnahme wird einfach so angewandt. In diesem Zusammenhang spricht Günter Friedmann von einem psychologischen Effekt namens «shifting baseline», daher der Fähigkeit, sich mit neuen Dingen zu arrangieren und diese dann als normal anzuerkennen.

Um Vitalität im Bienenvolk zu erkennen und zu fördern geht Friedmann auf folgende Merkpunkt ein:

  • Königin länger als zwei Jahre im Volk belassen.
  • Volk in derselben Beute belassen.
  • Volk am selben Standort lassen. (keine Wanderimkerei)
  • Völker, welche die Mittelwände schnell ausbauen.
  • Völker, welche eine gute Hofstaatbildung haben, dies zeigt die Verbundenheit zur Königin.
  • Positive und negative Auslese: «Was sich bewährt, wird gefördert!»
  • Es geht nicht um den Erhalt eines einzelnen Volkes, sondern um die Imkerei an sich.
  • Die Futterabnahme ist ein wesentlicher Indikator für die Volksvitalität. Ein Volk, welches stark genug und vital ist, nimmt das Futter schnell an.
  • Die Form, Grösse und Struktur der Weiselzellen verrät viel über die Qualität der darinnen heranwachsenden Königinnen.
  • Nachhaltigkeit + Beständigkeit = Vitalität

Günter Friedmann arbeitet übrigens an einem neuen Praxisbuch, es wird im Frühjahr 2023 erscheinen.

Grossbritannien – königliche Bienen über Tod der Queen informiert

Nachdem die Queen verstorben ist, hat der königliche Imker pflichtgemäss die königlichen Bienenstöcke mit einem Trauerband versehen und die Bienen mündlich über den Tod von Queen Elizabeth II informiert. Dies aufgrund der Angst, die Bienen würden sonst ihre Tätigkeiten einstellen (nach einem alten Aberglauben).

Aus dem Garten…

Die Temperaturen sind bereits stark gesunken und der Herbst ist definitiv da. Dennoch blühen bei uns im Garten noch einige Pflanzen wie Bartblumen, Kapuzinerkresse und Ysop. Die Bartblume und der Ysop sind winterhart und eignen sich optimal für einen insektenfreundlichen Garten.


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Kunstschwarm und Gartentipp

In diesem Blogbeitrag erklären wir, wie man einen Kunstschwarm erstellt und stellen euch zudem die Kapuzinerkresse als beliebte Pflanze für Bienenwiesen vor.

Kunstschwarm

Solche Jungvölker können ohne grosse Vorbereitungszeit gebildet werden und die Chance, dass die neue Königin angenommen wird, ist nahezu hundert Prozent. Dadurch, dass Bienen und Brut getrennt werden, eignet sich ein Kunstschwarm auch zur Sanierung von Völkern mit Brutkrankheiten. Ein Kunstschwarm wird am besten mit einer begatteten Königin erstellt, um das Risiko zu vermeiden, dass die Königin beim Begattungsflug verloren geht.        
So bildet man einen Kunstschwarm:    

  1. Schwarmkiste bereit stellen  
    Als Vorbereitung am besten eine Schwarmkiste bereit machen, die man im Leerzustand gewogen hat. Es lohnt sich, alle Schwarmkisten gleich mit dem Leergewicht anzuschreiben.


  2. Königin in den Zusetzer     
    Die neue Königin, befindet sich gemeinsam mit 2-3 Pflegebienen und etwas Futterteig in einem fest verschlossenen Zusetzer und kommt in die Schwarmkiste.
  3. Bienen in die Schwarmkiste geben
    Danach selektiert man aus den eigenen Völkern möglichst starke Kandidaten für die Entnahme von Bienenmasse. Hat man die Auswahl der Völker getroffen, am besten gleich die Königin in den entsprechenden Völkern suchen und absperren, damit man die Dame beim Abwischen nicht versehentlich mitnimmt.  Mittels Trichter kann man die Bienen gut von den Waben in die Schwarmkiste wischen. Den Trichter befeuchten wir stets wieder mit Wasser, damit die Bienen einfacher in die Schwarmkiste gleiten.  In unserem Fall haben wir Bienenmasse (2 Kilo) aus drei Bienenvölkern am Magazinstand entnommen.

  4. Wohin geht es nun mit den Bienen? 
    Je nachdem, an welchen Standort das neue Volk kommt, gilt ein anderes Vorgehen:
    • Wird die Beute 3 Kilometer oder weiter entfernt aufgestellt, kann man gleich mit dem Einlogieren in die neue Beute starten und auf die Kellerhaft verzichten.      
    • Am selben Stand sollte der Schwarm zuerst 3-5 Tage im Keller ruhig aufgestellt werden. Ohne diese «Kellerhaft» kann es sein, dass das Volk die neue Behausung ablehnt und schwärmt oder die Bienen zurück in ihre «Stammvölker» fliegen.

      Der Kunstschwarm muss zwingend gefüttert werden, da die Bienen keine Möglichkeit hatten, ihre Honigblase zu füllen.    

  5. Ab in die neue Behausung
    Nun nehmen wir einen anderen Zusetzer, bei welchem der Deckel bereits geöffnet ist (Stichwort Nachhaltigkeit) und füllen den Zusetzer mit ausreichend Futterteig. Die Königin geben wir dann in diesen Zusetzer. Die Beute wird entsprechend mit Mittelwänden bestückt und die Bienen einlogiert.

    Platziert wird der Zusetzer mit Königin am besten in der Mitte der neuen Behausung, also zwischen die neuen Mittelwände. Ein Zahnstocher oder ein Spiess dient als Befestigung des Zusetzers zwischen den Mittelwänden.

Wichtig:
Das Flugloch bleibt am besten gerade gross genug für eine einzelne Biene, da das Volk zunächst Zeit braucht, seine Verteidigung aufzubauen.

Wir füttern den Schwarm in der neuen Beute, und lassen das Volk die erste Woche in Ruhe ankommen und ausbauen. Hier ist es sinnvoll, das Volk mit dünnflüssigem Zuckerwasser (Verhältnis 1:1) zu füttern, um den schnellen Ausbau zu fördern.

Nach 7 Tagen kontrollieren wir das Volk auf Weiselrichtigkeit. Da nun noch keine verdeckelte Brut vorhanden ist, kann gleich eine Behandlung mit Oxalsäure (Oxuvar 5.7%) angewandt werden. So reduziert man den Varroa-Druck bereits um 95%. Nun kann das Volk normal weiter betreut werden. Je nach Volksstärke sollten zeitnah noch Mittelwände ergänzt werden.       


Um eine gute Bienenmasse für das neue Volk zu erreichen, sollte von einem oder mehreren Völkern möglichst junge Bienen entnommen werden. Am besten entnimmt man daher Bienen von den Brutwaben, bis man 1-3 kg (siehe Tabelle unten) an Bienenmasse erreicht hat. Beim CH-Mass (Schweizermass) braucht es für das spätere Einlogieren 2-3 Brutrahmen pro kg Bienen.  

Frage: Wie viele Bienen benötigt man für den Kunstschwarm?      

ZeitraumBenötigtes Gewicht an BienenBenötigte Brutrahmen CH-Mass
Bis Mitte Juni1 kg
1.5 kg (Bienen am selben Standort einlogieren)
3-4 Brutrahmen
Bis Mitte Juli2.0 kg5 Brutrahmen
Bis Mitte Augustkg6 Brutrahmen
Tabelle Kunstschwarm und Brutrahmen

Empfehlung für den Garten

Im Frühling haben wir Kapuzinerkressesamen im Haus vorgezogen. Bereits nach wenigen Wochen entwickelten sich aus den feinen Pflänzchen robuste Triebe. Nachdem die Pflanzen ins Hochbeet gesetzt wurden, wuchsen sie buschig und bald erschienen die ersten orangen und gelben Blüten. Das Nektar- und Pollenangebot der Kapuzinerkresse ist gut und die Tatsache, dass die Pflanze bis spät in den Herbst blüht, macht sie für Insekten sehr attraktiv. Wenn wir an letztes Jahr zurückdenken, erinnern wir uns, dass die Bienen die Pollen der Kapuzinerkresse sogar noch im Oktober gesammelt haben.

Die essbaren Blüten der Kapuzinerkresse sehen sehr schön aus und werden häufig in Salaten oder zur Dekoration von Suppen eingesetzt. Die Samen der Kapuzinerkresse lassen sich übrigens trocknen und sind drei Jahre haltbar. Wir sammeln die Samen jeweils, um dann im nächsten Jahr wieder eigene Pflanzen vorzuziehen.


Wichtig: Noch bis Ende Juli kann die raschwüchsige und pflegeleichte Kapuzinerkresse mit dem Pollen- und Nektarwert von 2 direkt draussen ausgesät werden.

Aktuelle Impressionen

Zum Abschluss des heutigen Beitrags folgen einige Impressionen aus dem Monat Juni…….

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Schwärme und Honigernte

Die Schwarmzeit

Die Schwarmzeit ist die aktivste Zeit im Imkerjahr. Die Bienen möchten sich natürlich vermehren und bilden hierzu einen Schwarm, womit sie sich vom vorhandenen Bienenvolk abspalten. Hier zieht die alte Königin mit bis zur Hälfte des Volkes ab, um Platz für die neu geschlüpfte Königin zu schaffen.

Für uns Imkerinnen und Imker gilt also: Bienen genau im Blick haben und regelmässig bei der Durchsicht des Volkes prüfen, ob das Volk in Schwarmstimmung ist. Dies erkennt man daran, dass das Volk Schwarmzellen heranzieht, worin neue Königinnen heranwachsen. Diese Zellen sind meistens am Wabenrand (unten und seitlich) und die Öffnung der Zelle ist vertikal nach unten. Die Bienen bilden erfahrungsgemäß mehrere Zellen aus und es dauert insgesamt bis zu 16 Tage (3-5-8 und die Königin ist gemacht) von der Eibelegung bis zum Schlüpfen der Königin. Es empfiehlt sich daher, jede Woche das Volk zu überprüfen. Es ist auch hilfreich, zur Mittagszeit die Fluglöcher im Auge zu behalten, ob die Bienen sich zu einem Schwarm sammeln, um sie möglichst rasch einzufangen.

Es gehört zur guten imkerlichen Praxis Schwärme einzufangen, da die natürliche Vermehrung der Gesundheit der Bienen dient. Werden die Völker sich selbst überlassen, gehen sie meist aufgrund Futtermangel oder fehlender Varroabehandlung zu Grunde. Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen mit Bienenvölkern gemacht, die wir im Vorjahr als Schwarm eingefangen haben. Ein erhöhter Schwarmtrieb konnten wir nur vereinzelt beobachten.

Honigernte

Honig ist und bleibt ein sehr wichtiges Gut – Wusstet ihr, dass ein Topf Honig im alten Ägypten soviel Wert war, wie ein Esel?

Das Jahr 2022 ist eine Rückkehr zur Normalität bei uns Imkerinnen und Imker, was die Honigernte betrifft. Hagel, viel Regen und Überschwemmungen prägten das letzte Jahr. Dem kühlen Frühling folgte ein regnerischer Sommer. Das schlechte Wetter im letzten Jahr sorgte schweizweit für eine magere Honigernte und Völker, welche zusätzlich gefüttert werden mussten. In den letzten Jahren herrschten allerdings teilweise Rekordernten, so konnten Imkerinnen und Imker in der Schweiz im Jahr 2020 bis zu 29.5 Kilogramm Honig pro Volk gewinnen. Im Jahr 2021 folgte dann der grosse Absturz: Mit einem Ertrag von durchschnittlich 7.2 Kilo Honig pro Volk sind die Werte an einem Tiefpunkt angelangt.   

Nun heisst es dieses Jahr wieder Honigwaben entnehmen, Wassergehalt prüfen, entdeckeln, schleudern, sieben und den Honig in Gläser abfüllen. Am 22. Mai haben wir den Honig unserer Völker geerntet und geschleudert. Gestartet haben wir morgens um 10.00 Uhr, nach 13 strengen Stunden waren wir fertig, die Schleuder ist wieder blitzblank und die Kessel sind mit Honig gefüllt. Dieser Aufwand hat sich sehr gelohnt und das Butterbrot mit eigenem Honig zum z’Nacht war ein voller Genuss!

Filmempfehlung

Kommen wir nun noch zu einer Filmempfehlung. Der Dokumentarfilm «Tagebuch einer Biene«, welcher im Jahr 2021 in den deutschen Kinos gezeigt wurde, gibt faszinierende Einblicke in das Leben der Honigbiene und ist nun endlich als DVD oder über Streamingdienste verfügbar.

Die Makroaufnahmen sind fantastisch und man erhält tiefe Einblicke in ein Bienenvolk, welche man selbst als Imker/in selten zu Gesicht bekommt.

Impressionen Mai 2022

Zum Abschluss des heutigen Beitrag folgen einige Impressionen aus dem Monat Mai….  

 
Wir wünschen euch einen schönen Frühling!

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Honigraum aufsetzen und Brutableger bilden

In dieser Kategorie unseres Blogs möchten wir euch monatlich über unsere Arbeiten an den Bienen informieren. Im April konnten wir bei unseren Völkern den Honigraum aufsetzen. Weiter haben wir eine Methode zur Bildung eines Brutablegers getestet. Doch mehr dazu weiter unten….

Honigraum aufsetzen

Dieses Jahr haben wir viel bessere und konstantere Temperaturen als letztes Jahr, weswegen der Honigraum letzte Woche mit gutem Gewissen aufgesetzt werden konnte. Unsere Völker haben sich schon stark entwickelt und haben den Honigraum sehr schnell angenommen. Die Tracht und das warme Wetter spielen jetzt natürlich sehr gut zusammen und sorgen hoffentlich für eine gute Entwicklung der Völker und einen guten Honigertrag.

Brutableger mit nur einer Wabe

Letztes Jahr haben wir am Imkergrundkurs von der Variante erfahren, einen Brutableger mit nur einer Brutwabe zu bilden. Einige Recherchen haben gezeigt, dass diese Methode von Dr. Pia Aumeier, einer erfahrenen Imkerin und Bienenwissenschaftlerin stammt. Bei diesem Verfahren, welches bereits in vielen Vorträgen und Fachbeiträgen als erfolgsversprechend bezeichnet wird, geht man folgendermassen vor:

  1. Bienenkönigin finden und im Stammvolk belassen
    Hier seht ihr eine Wabe mit der Bienenkönigin (rot umrandet), welche wir im Muttervolk belassen.

  2. Geeignete Brutwabe mit Bienen auswählen
    Dabei muss die Wabe zu einem grossen Teil verdeckelte Brut enthalten und mit vielen Bienen besetzt sein. Es ist wichtig, dass die Brutwabe auch Eier oder zumindest sehr kleine Rundmaden enthält. Diese Wabe haben wir für den Brutableger verwendet. Die Rückseite war voller Bienen und Brut in allen Stadien. Auf der Vorderseite sind die frischen Eier zwischen der verdeckelten Brut gut zu sehen.

  3. Wabenanordnung in der neuen Beute
    Die ausgewählte Brutwabe kommt mit einer Mittelwand und einer vollen Futterwabe in eine andere Bienenbeute. Das Flugloch verkleinert man so stark, dass nur noch eine Biene hindurch passt. Sollte keine Futterwabe vorhanden sein, kann alternativ ein Liter Flüssigfutter zugefüttert werden.

  4. Standort Ableger
    Den Ableger platziert man mindestens zwei Kilometer vom Muttervolk entfernt.

Wie geht es weiter?       
Die Bienen ziehen nun selbst eine neue Königin nach. Diese fliegt dann für den Hochzeitsflug aus und befindet sich nach erfolgreicher Begattung innerhalb von vier Wochen nach Ablegerbildung in Eiablage.

Merkpunkte:

Diese Methode kann man bis ca. Mitte Mai anwenden. Mehrfach wiederholt, verhindert sie die Schwarmstimmung bei geringem Eingriff in das Bienenvolk und liefert viele Jungvölker. Bildet man einen Brutableger früh im Jahr, so reicht eine Brutwabe aus. Je später im Jahr man Ableger bildet, umso mehr Brutwaben benötigt ein Bienenvolk, um sich bis im Herbst zu einem überwinterungsfähigen Volk zu entwickeln.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit einem Brutablegen mit nur einer Wabe gemacht?    
Dann schreibt es gerne auf diese digitale Pinnwand.


Mit einem Klick auf das «Plus» rechts unten, könnt ihr ein neues Post-It erstellen.
Link zur Pinnwand
Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!

Aktuelles aus der Presse

In der Tagesschauausgabe vom 17.04.2022 wurde ein Beitrag veröffentlicht, der zum Nachdenken anregt: «Imkerboom hilft den Honigbienen – gefährdet aber die Wildbienen». In diesem Beitrag wird gezeigt, dass sich die Schweizer Honigbienen erholt haben, gleichzeitig gehen allerdings die Wildbienen-Bestände zurück. Die Insekten tun sich zwar gegenseitig nichts an, aber sie stehen in Konkurrenz.
Link zum Beitrag

Frühlingserwachen

Die Apfelbäume vor unserem Haus blühen bereits und werden fleissig von Hummeln, Wildbienen und Honigbienen bestäubt. Es brummt wunderbar, wenn man unter den Bäumen steht. Probiert es mal aus und setzt euch unter einen Baum und lauscht dem Summen der Bienen. Es ist einfach himmlisch!

Zum Abschluss des heutigen Beitrags zeigen wir euch gerne einige frühlingshafte Impressionen.

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Die Winterruhe beginnt…

Heute war das Wetter wunderbar, die Sonne schien den ganzen Tag und die Bienen haben noch fleissig Pollen und Nektar eingetragen. Beim Beobachten der heimkehrenden Bienen sind uns die gelb-orangen und hellbraunen Pollenhöschen aufgefallen, welche auf den Efeu hindeuten.

Efeu blüht erst im Spätherbst und ist aufgrund der späten Blüte eine wichtige Nahrungsquelle der Bienen. Die unscheinbaren Blüten des Efeus werden von den Bienen regelrecht belagert.

Die meisten Bienenvölker ziehen sich nun langsam zurück und die Winterruhe beginnt. Abhängig von der Volksgrösse ist es wichtig, dass jedes Volk über genügend Futtervorräte verfügt. Da die Bienen im August und September gut von uns auf den Winter vorbereitet und aufgefüttert wurden, können wir uns nun etwas zurücklehnen.

Heute haben wir unsere Völker noch einmal kontrolliert, den Milbentotenfall gemessen und das Bienenhaus auf den bevorstehenden Winter vorbereitet.

Wir können nun ohne schlechtes Gewissen eine Pause einlegen. Doch ganz ohne Bienen und Imkerei wird es die nächsten Wochen und Monate nicht sein, denn bald starten die Vorbereitungen und die Planung für das nächste Jahr…

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Kapuzinerkresse

Die Temperaturen sinken und das Imkerjahr neigt sich dem Ende zu. Die Bienen gehen in die Winterruhe, welche ungefähr von Oktober bis Februar andauert.

Dennoch habe ich die Bienen heute dabei beobachtet, wie sie noch immer fleissig Pollen sammeln. Die Bilder oben zeigen die Blüten der Kapuzinerkresse, welche noch immer üppig in unserem Garten blühen.

Im Frühling habe ich Kapuzinerkressesamen im Haus vorgezogen. Bereits nach wenigen Wochen entwickelten sich aus den feinen Pflänzchen robuste Triebe. Nachdem die Pflanzen ins Hochbeet gesetzt wurden, wuchsen sie buschig und bald erschienen die ersten orangen und roten Blüten. Das Nektar- und Pollenangebot der Kapuzinerkresse ist gut und die Tatsache, dass die Pflanze bis spät in den Herbst blüht, macht sie für Insekten sehr attraktiv.

Blüten zur Dekoration und zum Genuss
Die essbaren Blüten der Kapuzinerkresse sehen sehr schön aus und werden häufig in Salaten oder zur Dekoration von Suppen eingesetzt. Mit ihrem würzigen leicht scharfen Geschmack eigenen sie sich auch zur Herstellung einer Kräuterbutter.

Kräuterbutter aus Kapuzinerkesse

Ein weiteres Rezept, nämlich eine feine Pesto aus den schönen Blättern der Kapuzinerkresse folgt in den nächsten Tagen….

Die Samen der Kapuzinerkresse lassen sich übrigens trocknen und sind drei Jahre haltbar. Ich sammle die Samen jeweils, um dann im nächsten Jahr wieder eigene Pflanzen vorzuziehen.
Doch mehr dazu im Frühling…

Samen der Kapuzinerkresse

Wer sich für Samen der Kapuzinerkresse interessiert, kann sich gerne bei mir melden.

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Der Garten im Herbst

Wer glaubt, dass man neue Pflanzen nur im Frühling setzen kann, liegt falsch. Wenn die Temperaturen im Herbst milder werden, so ist der Zeitpunkt optimal, um winterharte Pflanzen wie Sträucher, Stauden, Obstpflanzen oder gewisse Blumenzwiebelsorten zu pflanzen. Der optimale Zeitpunkt ist zwischen September und Ende Oktober, bis zum ersten Frost.

Bei der Wahl der Pflanzen sollen einheimische Pflanzen gewählt werden, welche die Lebensgrundlage für unsere Wildtiere bilden. Vögel, Schmetterlinge und Säuger finden an diesen Pflanzen Nahrung in Form von Früchten, Blättern oder Nektar, zudem nutzen sie diese als Verstecke oder Nistplatz.

Damit nicht gleich der ganze Garten umgestaltet werden muss, reicht es, einige kleine Oasen zu schaffen, welche Mensch und Tier einen Mehrwert bieten.

Nachfolgend einige Beispiele aus unserem Garten:

  • Eine Kornelkirsche im Rasen sieht nicht nur schön aus, wenn sie im Frühling ihre goldgelben Blüten zeigt, sie spendet an heissen Sonnentage auch Schatten.
    An den dunkelroten Früchten der Kornelkirsche erfreuen sich die Vögel und wenn noch einige Früchte übrig bleiben, kann man daraus köstliche Konfitüren herstellen. Für Bienen und andere Insekten ist die Kornelkirsche sehr wertvoll, da sie früh blüht und sehr nektar- und pollenreich ist.
    Eine Kornelkirsche ist übrigens der ideale Ersatz für die Forsythie, welche oft als „gelbe Mogelpackung» bezeichnet wird, da die Pflanze ohne Nektar und Pollen keinen Mehrwert für die Bienen und Hummeln bilden,
  • Der schwarze Holunder ist ein toller Strauch, welcher nicht nur schöne Blüten trägt, sondern auch gesunde Früchte liefert, an welchen sich die Vögel erfreuen. Für Bienen ist der schwarze Holunder allerdings wenig interessant, da dieser keinen Nektar sondern lediglich mässig Pollen liefert.
    Holunder wächst natürlich an Waldrändern, im Unterholz oder in Hecken. Man erkennt den Holunder an den elliptisch und am Rand gesägten, gut duftenden Blätter, welche ihren Duft schon beim leichten Reiben freisetzen. Wer auf der Suche nach einem Sichtschutz ist, kann sich getrost für den schwarzen Holunder entscheiden.

Bei der Wahl der Pflanzen gilt es also nicht nur Honig- und Wildbienen zu berücksichtigen sondern möglichst viele Wildtiere. Der Zeitpunkt der Blüte einzelner Pflanzen ist ebenfalls von Bedeutung. Bei der Wahl der einzelnen Gewächse soll darauf geachtet werden, dass diese zu unterschiedlichen Zeiten blühen. So erfreuen sich das ganze Jahr über Tiere am Garten.

Da man sich in Gärtnereien und Baumschulen aufgrund des grossen Angebots schnell überfordert fühlt, habe ich nachfolgend eine Liste mit geeigneten heimischen Wildsträuchern zusammengestellt, welche man auch jetzt im Oktober noch pflanzen kann.

Geeignete heimische Wildsträucher:

  • Besenginster
  • Faulbaum
  • Feldahorn
  • Gemeinde Berbitze
  • Gemeiner Liguster
  • Gewöhnlicher Schneeball
  • Hasel
  • Hundsrose
  • Korbweide
  • Kornelkirsche
  • Kreuzdorn
  • Pfaffenhütchen
  • Purpurweide
  • Rote Heckenkirsche
  • Roter Hartriegel
  • Salweide
  • Schwarzdorn
  • Schwarzer Holunder
  • Strauchwicke
  • Traubenkirsche
  • Vogelbeere
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  • Wolliger Schneeball

Veröffentlicht von Claudia Kleinholz in Flora, 0 Kommentare

Unsere Imkerei

Imkerei Kleinholz, Honigtraum, Honigviertel – nein, Wabenglück soll es sein. Der erste Schritt auf dem Weg zu unserem Erscheinungsbild als Imkerei war die Namensgebung. Uns war es ein Anliegen, dass der Name zu uns und unserer Philosophie passt.

Nachdem unser Name gefunden war, erfolgte die Entwicklung des Logos. Für diesen Prozess haben wir uns Zeit gelassen und die Biene auf der Wabe stets perfektioniert, sodass diese unseren Vorstellungen entsprach.

Am Ende entstanden diese beiden Varianten, welche wir je nach Produkt / Verwendungszweck gezielt einsetzen:

Später wurden die Etiketten für unsere drei Honigsorten Blütenhonig, Sommerhonig sowie Waldhonig erarbeitet. Auf den einzelnen Etiketten sind die für den Honig typischen Trachtpflanzen zu erkennen, welche für die Honigbienen besonders reichhaltig Nektar erzeugen.

Auf dem Etikett des Blütenhonigs (siehe Bild oben) sind deshalb Löwenzahn, Raps und Obstbäume ersichtlich. Nach den Skizzen der Etiketten erfolgte die Digitalisierung und Fertigstellung. 

Die finalen Etiketten sehen so aus:

Als letzte Umsetzung erfolgte die Entwicklung unserer Website mit WordPress. Das Ziel war es, eine Seite zu kreieren, welche schlicht, aussagekräftig und benutzerfreundlich ist. Ein weiteres Anliegen ist, dass wir laufend eigene und hoffentlich beeindruckende Bilder unserer Bienen publizieren und auf Stockbilder verzichten.

In diesem Newsbereich berichten wir regelmässig über unsere Bienen, Bienenprodukte, insektengerechte Gartengestaltung und vieles mehr. Weiter sind einige Gastbeiträge sowie Interviews geplant.

Veröffentlicht von Claudia Kleinholz in Persönlich, 0 Kommentare